Ein Plädoyer für den Osten Deutschlands
Das Glück kennt keine Eile
Ein Nachwenderoman
Erscheint im November 2026
im Mitteldeutschen Verlag
Auf einem mit DDR-Flüchtlingen überfüllten Budapester Campingplatz beschließen Katja und Moritz nach Halle an der Saale zurückzukehren. Nichts kann sie davon abhalten dabei zu sein, wenn sich in der DDR endlich etwas ändern muss. Anton und Sonja hingegen verknüpfen große Erwartungen an seine Karriere im Kombinat VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht“. Doch es kommt alles anders als gedacht.
Die Mitglieder zweier Familien erleben Montagsdemonstrationen, den Mauerfall, die erste und einzige demokratische Volkskammerwahl, die D-Mark, die Wiedervereinigung und deutsche Geschichte Anfang der 90er Jahre. Halle an der Saale präsentiert sich als Eldorado für Korruption und Wirtschaftskriminalität im Umfeld der Treuhand. Doch es gibt auch gelungene Privatisierungen, wie die Rettung der Halloren Schokoladenfabrik. Dabei bleiben die Helden nicht nur Spielbälle der Ereignisse jener Zeit, sondern sie greifen bewusst ein und gestalten die Transformation des Ostens mit, sowohl kritisch als auch voller Begeisterung, vor allem aber ohne ihre Hoffnung zu verlieren.
Das Glück kennt keine Eile. Ein Nachwenderoman. 1989-1991
Zwei Familien inmitten von Niedergang und Aufbruch
Moritz und Anton sind Halbbrüder. Sie kennen sich nicht. Ihre Lebenswege scheinen vorherbestimmt, doch ihr Staat scheitert am Freiheitswillen seiner Bürger. Die engen Grenzen, in denen die Menschen träumten, verschwinden. Und mit ihnen verschwinden auch diejenigen Sicherheiten, auf die man sich gern verlassen hat.
Zum Glück ist Anton jung und politisch unbelastet. Seine Karriere scheint nur eine Richtung zu kennen, bis in die Schaltzentralen der neuen Macht. Moritz gründet eine Bürgerzeitung und muss der Konkurrenz westdeutscher Medienkonzerne trotzen. Die Ärztin Rita bangt um den Erhalt der Polikliniken, und die Schuldirektorin Gisela wird als systemnah eingestuft. Selbst Sonjas Traum von einer Familie rückt in weite Ferne.
Die harte Währung ist nicht das pure Glück. Deutschland ist wiedervereint, doch Industriesterben lähmt den Osten und grassierende Arbeitslosigkeit droht nach jedem zu greifen. Anton, der Treuhanddirektor, und Moritz, der investigative Journalist, begegnen sich und stehen sich bald unversöhnlich gegenüber. Wie schafft man es, sich seine Träume zu erfüllen und dabei sein Gewissen zu bewahren?
Die Eile kennt kein Glück. Ein Nachwenderoman. 1992-1994
Ein Land zwischen hochfliegenden Träumen, Ernüchterung und Gewissen
Im gerade wiedervereinten Deutschland ringen zwei Halbbrüder um den Ruf und das Wirken der umstrittensten Behörde der Bundesrepublik. Anton, der ehrgeizige Treuhanddirektor, sieht im Privatisierungsrausch vor allem ökonomische Notwendigkeiten. Moritz, der treuhandkritische Berichterstatter, enthüllt Korruption und Wirtschaftskriminalität.
Auch Rita und Gisela, Helen und Sonja sehen sich in einen Existenzkampf geworfen, der in ihrer einstigen Arbeiterrepublik nicht vorgesehen war. In einer Zeit, die von jedem abverlangt, alles zu geben, um nicht unterzugehen, scheint jeder auf sich alleingestellt.
Wie wird man den Anforderungen dieser Zeit gerecht? Was ist nötig und wie weit darf man gehen? Als – inmitten der Deindustrialisierung – Anton und Moritz beschließen, eine Traditionsfirma vor der Liquidierung zu retten, könnten ihre Gründe unterschiedlicher nicht sein. Kann sich deren Niedergang noch in einen Aufbruch verwandeln? Und finden die Halbbrüder endlich zusammen?
Anna Sperks literarische Entdeckungsreise durch die jüngere deutsche Geschichte ist ein Plädoyer für den Osten Deutschlands. Anhand von zwei Familien zeichnet die Autorin ein Panorama der Nachwendezeit. Sie zeigt nicht nur die traumatisierenden Erlebnisse und Erfahrungen jener Zeit, sondern offenbart auch die positiven Eigenschaften der Gesellschaft im Osten: den Kampfgeist der Menschen, ihren Durchhaltewillen, ihren Gemeinsinn und ihren empathischen Umgang miteinander, ihre Kreativität im Finden von Lösungen und ihren Humor.
Für ihren Debütroman „Die Hoffnungsvollen“ wurde Anna Sperk mit dem Klopstock-Förderpreis für neue Literatur des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Mit vorliegendem Roman setzt sie ihre Expeditionen durch unsere Gesellschaft fort und folgt ihren Heldinnen und Helden durch die Wiedervereinigungszeit.